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Hilfe und Beratung für Alkoholtrinker und ihr Umfeld

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Ich habe Gesundheitsprobleme:

Nane  (37 Jahr) - Staatsangehörigkeit Schweizer - 26 Februar 2019
"Ich bin Alkoholikerin, das ist offensichtlich. Jeder merkt das, nur ich nicht. Gerade habe ich gezögert, das Wort zu schreiben, so weit geht es. Dieses Wort macht mir Angst. Alkoholikerin. ALKOHOLIKERIN. Ich bin eine ALKOHOLIKERIN. Ich dachte immer, dass Alkoholiker jeden Tag trinken, schon morgens und bis zum Abend, dass ich also nicht dazugehöre. Aber doch, ich bin Alkoholikerin. Ich weiss nicht, wann es damit angefangen hat. Ich war immer für ein Glas zu haben. Abends, zunächst. Und dann zu zweit, mit meinem Liebsten. Ein Dinner zu zweit, eine Geburtstagsfeier, Weihnachten... Und dann gab es Alkohol nicht mehr nur an Feiertagen, an besonderen Tagen. Er wurde zu etwas alltäglichem. Beim Abendessen wird eine Flasche geöffnet. Das hört sich harmlos an, unbedenklich. Ich bin Einzelgänger und leide unter Depressionen. Es dauerte seine Zeit, aber seit September lasse ich mich behandeln. Sie tun gut, die Antidepressiva. Nach und nach merkt man, wie das Leben leichter wird, immer leichter... Aber dann geht es nicht mehr weiter. Und das ist frustrierend, aber so ist das normale Leben. Na ja. Es hat mir bei allem geholfen, ausser beim Alkohol. Mein Arzt hatte mich gewarnt. Aber ich bin seinem Rat nicht gefolgt. Ich dachte, ich wäre stark genug. Ich fühle mich mies und hässlich. Ich bin mies und hässlich. Der Alkohol macht mich dick und lässt meine Augen anschwellen. Ich habe stumpfes Haar und eine graue Gesichtsfarbe. Ich bin 37 Jahre alt, sehe aber 5 Jahre älter aus. Mindestens Ich schleppe mich durch den Tag. Ich fühle mich so dynamisch wie meine Grossmutter. Das möchte ich nicht mehr. Ich möchte nicht mehr darüber grübeln, was ich gestern gemacht habe. Ich möchte nicht mehr Angst haben, Freunde zu treffen, weil ich mich vielleicht unmöglich benommen habe. Ich möchte nicht mehr, dass meine Töchter mich so sehen. Aber ich muss realistisch sein; meine Trinkgewohnheiten nur zu reduzieren, das klappt nicht. Ich kenne mich. Ich würde mich bestimmt von Zeit zu Zeit betrinken. Und dann fängt alles wieder von vorne an. Ich muss also vollkommen nüchtern bleiben. Gar keinen Alkohol mehr trinken. Das wird mir sehr schwer fallen. Nicht einmal so sehr wegen dem Drang zu trinken, sondern wegen dem Bedürfnis dazu zu gehören. Alkohol gibt es überall, er gehört heute zum normalen Leben. Mit dem Rauchen habe ich vor 17 Jahren von heute auf morgen aufgehört, als ich meinen Mann kennengelernt habe. Genau das muss ich heute wieder tun. Ich muss es für mich tun. Ich muss nicht auf die Blicke der anderen achten, auch wenn es uncool ist heute nicht zu trinken. Heute höre ich mit dem Trinken auf. Ganz und gar. Ich beende diesen Bericht und nehme mir einen Stift und ein Blatt Papier. Und ich schreibe folgendes „Ich bin Alkoholikerin“. Denn das werde ich mein Leben lang sein, selbst wenn ich aufhöre zu trinken. Dann schreibe ich alles auf, was ich sein möchte, alles, was ich aus meinem Leben machen möchte. Denn es ist nie zu spät."
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Nane   
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Nane   26 Februar 2019
Anonyme  26 Februar 2019

 

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