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Ich trinke zu viel:
"Wie glücklich ich heute war, als ich aufgewacht bin und keine Katersymptome spürte. Wie froh, gestern Abend nichts getrunken zu haben. Nicht darüber nachgrübeln zu müssen, was ich wohl getan oder gesagt habe. Ob ich vielleicht wieder Dinge vergessen habe, die sich noch als wichtig herausstellen könnten. Es war der erste Morgen in dieser Woche, den ich mit diesem Gefühl starten konnte. Ich will nicht mehr trinken. Ich will nie mehr trinken. Vielleicht gelingt es mir diesmal wieder, wie schon so oft, tage-, wochen-, monatelang nichts zu trinken. Vielleicht ist aber schon der nächste Gedanke der, der mich schon heute wieder trinken lässt. Diese Entscheidung zu trinken... Sie steht dann felsenfest. Ich kann nicht dahinter zurück und weiss einfach nicht warum. Als ob nicht ich die Entscheidungen treffen würde, sondern etwas anderes. Dann tausche ich meinen Willen, meine Würde, meine Beziehungen, mein Leben wieder gegen dieses bisschen Glück aus der Dose oder aus der Flasche. Es hält nur so kurz und ist doch so mächtig. Manchmal fängt das Ausnüchtern schon nach dem ersten kurzen Hochgefühl an. Daran kann ich antrinken, aber ich weiss dann, dass das Glück für diesen Tag/Abend vorbei ist. Selbsthass, Verzweiflung, Depression folgt. Und morgen, wenn ich aufwache, werde ich nicht glücklich sein. Nicht froh. Und gegen dieses abgrundtiefe schlechte Gefühl, wird irgendwann gegen Mittag ein Gedanke keimen. Der mich wieder nicht mehr loslässt. So oft habe ich schon aufgehört zu trinken. Manchmal für Wochen. Manchmal für Monate. Einmal fast zwei Jahre lang. Dann verschwindet die tägliche Angst, in diesem Kampf wieder zu versagen. Dann wächst die Überzeugung, 'es wieder im Griff zu haben'. Und wenn dann wieder dieser Gedanke sein Haupt hebt, dann wehre ich mich vielleicht für einen oder zwei Tage dagegen, vielleicht für Wochen. Doch ich verliere ihn immer. Ich will nicht mehr verlieren."
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